Weihnachten unter Freunden, Teil 4 (Freitag)

Und wie­der ist ein Jahr vor­über­ge­gan­gen, end­lich. Noch 7 Tage, eigent­lich, aber diese 7 Tage gel­ten nicht. Wie habt ihr eigent­lich Weih­nach­ten ver­bracht? Meine Weih­nachts­wo­che war mehr als tur­bu­lent, Lukas würde ver­mut­lich Ultra-Turbulent dazu sagen.

Nach dem eher lang­wei­li­gen Don­ners­tag folgte natür­lich ein recht ereig­nis­rei­cher Frei­tag. In der Schule hat­ten wir ein “Weih­nachts­fest”, das eher zum Schnar­chen war und eigent­lich nur über gerade ein­mal 2 Stun­den ging. Zum Glück hatte der Chris ein Mit­tel, um den lang­wei­li­gen Punsch auf­zu­pep­peln und aus ihm einen rich­ti­gen Punsch zu machen. Nur hätte er viel­leicht nicht den gan­zen Flach­mann rein­lee­ren sollen…

Gut, nach­dem uns ver­kün­det wurde, dass wir alle schlecht in Latein sind, danke Frau Pro­fes­sor, und wir die letz­ten zwei Stun­den an die­sem Tag doch tat­säch­lich Unter­richt hat­ten, waren end­lich mal Ferien. Nach­dem ich mich dann doch mit Ivan zum Mit­tag­es­sen getrof­fen hatte, er fuhr näm­lich an dem Tag für eine Woche nach Vor­arl­berg, machte ich mich auf dem Weg zu Jimi, damit wir spä­ter gemein­sam auf die Party gehen konn­ten. Als ich dort ankam war sie bereits ein wenig drauf und war gerade dabei, Kunst zu schaf­fen. Ich kann bis heute nicht iden­ti­fi­zie­ren, was es eigent­lich dar­stel­len sollte, aber sie hat wenigs­tens das Blatt mit der Farbe getroffen.

Im Flug ver­gin­gen die Stun­den und ehe wir uns ver­sa­hen war es schon halb 11, wir woll­ten vor Stun­den schon gehen, denn Lukas hatte sich nicht aus­ge­kannt und war­tete auf uns. Gott sei Dank hat er die Stelle, die Ver­an­stal­te­rin, erreicht und sie hat ihm irgend­wie gehol­fen. Nur dass er für den Weg von knapp 200 Meter etwa 1 Stunde gebraucht hat.

Bewaff­net mit zwei Bier und jeweils eini­ger­ma­ßen nüch­tern wie­der – Misch­kon­sum ist nicht unbe­dingt gut, wes­halb ich das Bier die ganze Zeit hal­ten musste, ohne es zu trin­ken. Und ich war durs­tig, Alter! – sit­zen wir in der U-Bahn. Aller­dings noch immer klar in den Wol­ken, und so ein Obdach­lo­ser kommt her­ein, kniet sich nie­der und bit­tet um Geld, weil er offen­bar an AIDS erkrankt ist und kein Geld für die Medi­ka­mente hatte. Das hat uns irgend­wie so scho­ckiert, dass wir nicht wuss­ten, was wir tun soll­ten. So haben wir ihm jeweils ein wenig Geld gege­ben, wäh­rend sich ein Typ im Neben­wag­gon sich total tole­rant und ver­ständ­nis­voll gibt und vom Sido redet. Peinlich.

Erste Aktion, die ich tat, als ich auf der Party ankam war, die Woh­nung wie­der zu ver­las­sen. Lukas hatte die glor­rei­che Idee, einen Christ­baum zu klauen. Kein Pro­blem denk ich mir, ich mach da mit, also klau­ten wir einen Weih­nachts­baum. Am Tag vor Weih­nach­ten. Irgend­wie gemein, aber lus­tig… Was solls…

Auf der Party selbst ging alles plötz­lich sehr schnell, es gab viel Wein, es gab viel Bier, es gab viel ande­res. Ins­ge­samt auch viele Men­schen. Irgend­wann schlos­sen sich ein paar von uns in die­ser Kam­mer ein, um etwas zu rau­chen und von den Lärm, den Sebi als Musik bezeich­nete zu ent­kom­men, da kommt der Raphi auf die Idee, den Home­trai­ner, der dort stand zu benut­zen. Er reisst aller­dings dabei ein Kabel her­aus, sodass es abriss. Dann zog er sich Frau­en­schuhe an und ver­pes­tete die Luft mit die­sem Duft, der “wie ein Puff roch” (seine Worte), sodass alle flüchteten.

Als der Abend wei­ter­ging leg­ten sich immer mehr schla­fen, ich schüt­tete aus ver­se­hen Resi mit ihrem Was­ser voll und musste dar­auf ihr mein Hemd geben. Ich rannte also fortan nur im Unter­hemd, mit einer Kra­watte um den Kopf herum durch die Gegend. Als dann auch Max+Viki nach Hause gin­gen und Lukas quer über Stella ein­ge­schla­fen war blie­ben nur noch ich und Jan (Name geän­dert; siehe Teile 1 und 2) übrig. Ich war damit beschäf­tigt ein biss­chen chil­li­gere Musik anzu­ma­chen und er saß da auf dem Sofa herum mit sei­ner Wein­fla­sche in Hand. Ich setzte mich neben ihn und irgend­wie sprang der Fun­ken über. Schon wie­der. Viel­leicht hätte ich ihn Mon­tag nicht auf das Bier ein­la­den sol­len. Viel­leicht hätte ich mich nie­mals von ihm ein­la­den las­sen sol­len, sodass er nie von die­ser Party erfah­ren hätte. Wer weiß?

Am mor­gen danach wache ich auf dem Boden auf und ich sehe nur durch den Spalt in der Tür, seine Schuhe durch die Woh­nungs­türe glei­ten. Es war wirk­lich kalt und ich packte meine Sachen. Ich über­legte noch kurz, viel­leicht doch zu blei­ben, um mit auf­zu­räu­men. Aber irgend­et­was zog mich weg von der Woh­nung ich ging erst ein­mal nach Hause und erzähle das alles dem Mark.

Guten Rutsch ins neue Jahr!

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