…Menschen fahren mit der U-Bahn. 1,3 Mio. pro Tag um genau zu sein. Unter diesen eins-komma-drei-Millionen-Menschen sind auch viele verschiedene Menschen. Ich hab mich neulich einfach mal umgesehen…
Linie U1, Station Stephansplatz: Ich fahre mit dem Lift von den Bahnsteigen der U1 (ganz unten, da riechts irgendwie immer ein bisschen nach Pipi…) dicht an dicht gedrängt mit ca. 15 weiteren Personen und einem Kinderwagen auf etwa 10m². Erster Hald des Aufzugs: U3, Gleis 2 Richtung Ottakring. Ich bleib drin, oder versuche es, denn die Menschen rund um mich drängen nach draußen und reissen einen mit. Als ich mich dann wieder in den Aufzug begab kreischte es, ja, wir sind zu schwer. Also geh ich die Treppen nach oben zum Gleis 1, U3 Richtung Simmering. Nachdem ich den Zug verpasst hatte ärgerte ich mich nicht lange, kommte die nächste doch eh in 2 Minuten. Also betrachtete ich die nächsten gefühlten 15 Minuten die Leinwand auf die ein Projektor das Programm “INFOSCREEN” projezierte und noch immer projeziert. “Ihr Zug fährt ein” lautet die Message, und rusch, da rauscht auch schon ein Zug an meiner Nase vorbei. Wohlgemerkt 3 Meter von meiner Nase entfernt. Die U-Bahn ist wie immer zum platzen voll, doch das Wunder geschieht und ich ergattere einen Sitzplatz, welchen ich prompt wieder an eine Schwangere freigeben muss. Also wenn ich so um mich schaue, am Fenster sitzt eine voluminösere Dame, die lauthals ins Mobiltelefon lacht, gegenüber von ihr ein eher eingeschütert-wirkender Herr, der ins Leere sieht. Oder einfach nur das auffallend bunte Kleid der hysterisch-lachenden Dame betrachtet. Gegenüber der Schwangeren sitzt ein Kind, das in seinem Comic blättert und vergnügt grinst. Ein Schwenk auf die andere Seite zeigt ein Paar, das sich umarmt und vermutlich über die letzt Reise spricht… oder über eine noch ausstehende Reise… Gegenüber sitzt keiner, weil da anscheinend jemand sein Eis “vergessen” hat. Und das breitflächig. Weitere 90° stehen viele Menschen. Eine Frau, die mit ihrem Baby im Kinderwagen spielt. Ein Mann in Springerstiefeln, Glatze und böse wirkenden Hund an einer Kettenleine. Weiter hinten ein Typ, der erinnert mich irgendwie an… mich. steht bei der Tür – wie ich – und lehnt den Kopf gegen die Wand. Dabei lauscht er seiner Musik und wirkt fern. Irgendwo, nur nich gerade in diesem Zug. Mittlerweile sind wir bei Rochusgasse und der Zug entleert sich allmälig. Die Frau hat aufgehört zu lachen und gringst nun ihre Zeitung an. Das Kind ist längst ausgestiegen und ein älterer Mann hat Platz genommen. Der Mann mit dem Hund ist weiter nach hinten gegangen und hat sich neben einer Frau im Sommerkleid hingesetzt. Und gerade steigt ein älteres Päärchen ein. TÜÜÜT, der Zug rollt wieder. Irgendwann ist dann auch eine Gruppe laut sprechender Asiaten – ich genier mich immer, wenn ich solche Menschen treffe – eingestiegen (beim Gasometer) und ziehen alle Aufmerksamkeit auf sich. In Simmering – drei Stationen weiter, die Endstation – steig ich also aus und roll auf der Rolltreppe nach oben. Die Straßenbahn ist auch nicht viel leerer, aber das ist wieder eine andere Geschichte…
In diesem Sinne, guten Nachmittag!
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