Bremsenopfer — Campen in Hardegg

Schade, dass es schon vor­bei ist, denn es waren drei wun­der­volle Tage. Am ers­ten Tag war die Abfahrt von Wien Han­dels­kai etwas früh gestal­tet, aller­dings hat der Kaf­fee am Bahn­steig dann alles wie­der wett­ge­macht. Ins­ge­samt waren wir 6 Jugend­li­che und 3 Begleit­per­so­nen, wobei eine sowohl schwan­ger war, als auch mit dem Auto gefah­ren ist. Einige Zeit im Zug spä­ter, wir hat­ten nur über “kranke Hor­ror­filme” gespro­chen lan­de­ten wir in Retz an der Grenze zur Tsche­chi­schen Repu­blik, wo wir mit dem Anschluß­bus nach Har­degg fuh­ren. Die­sen haben wir gerade noch erwischt, denn der Zug hatte etwa 2 Minu­ten Ver­spä­tung. Wei­tere 45 Minu­ten spä­ter setzte uns der Bus­fah­rer in Har­degg Burg ab, von wo hin­un­ter zu Har­degg Vor­ort wan­der­ten. Das eigene Gepäck hat­ten wir zwar bei uns und muss­ten die­ses tra­gen, aller­dings trans­por­tierte Han­nah die Zelte und Camping-Stühle mit dem Auto von Wien nach Har­degg und war somit schon lange vor uns da. Wei­ter hin­un­ter in den Wald zum Wald­bad Har­degg, wo unser Cam­ping­platz war. Wir merk­ten gleich, nach­dem die Zelte auf­ge­schla­gen waren, dass hier nicht die Gel­sen son­dern die Brem­sen herrsch­ten. Hatte man sich nicht ein­ge­sprüht oder ist man nicht flink genug um die Tier­chen zu erschla­gen, wurde man leben­dig von Brem­sen auf­ge­fres­sen. Nach­dem der Ein­kaufs­plan für die nächs­ten drei Tage auf­ge­stellt war, ging es ans Ver­gnü­gen. Schwim­men, Hugal­ele, …
Die Zeit schien unend­lich, so wie die Preise an der Bad­kan­tine unend­lich hoch waren. Gegen Abend wurde dann Holz gesam­melt, sowie ein “Kühl­schrank” am Bach gebaut, um die Lebens­mit­tel kühl zu hal­ten. Aus einem Lager­feu­er­chen wurde schnell ein Lager­feuer und nach dem Gril­len und eini­gen “Oh Mann, mein Würst­chen ist runtergefallen!”-Aussagen spä­ter wur­den am Lager­feuer dann Lie­der gesun­gen und noch spä­ter “Robo­ter” gespielt.
Über­nach­tet wurde unter freiem Him­mel, wo die Sterne schier unend­lich waren. Wir iden­ti­fi­zier­ten sogar den klei­nen, den gro­ßen Wagen und den Skor­pion. Zumin­dest dach­ten wir, dass wir diese sahen. Letzt­end­lich war sicher, dass der Him­mel wun­der­voll war.
Nächs­ter Mor­gen, es reg­net. Not­fall­si­tua­tion. Jeder räumt alles irgendwo hin, sodass es sicher vor dem Was­ser war. Nach eini­gen Schlaf­stun­den zu viert in einem Zwei­er­zelt spä­ter knallte bereits die Sonne vom Him­mel. Früh­stück. Der Kaf­fee war mal wie­der lebens­ret­tend. Und es ging wie­der wei­ter mit dem Schwim­men. Der zweite Tag ver­ging eigent­lich viel zu schnell. Unter ande­rem besich­tig­ten wir die Burg Rap­pen­stein, wo der Legende nach eine Frau bei leben­di­gen Leibe ein­ge­mau­ert wurde. Sie war außer­dem die Resi­denz von Maxi­mi­lian von Mexiko. Spä­ter dann Ein­kau­fen in einem Kreis­ler in Har­degg Stadt. Doch heute gab es Erd­äp­fel­gu­lasch zu essen, den wir auf einem Gas­ko­cher müh­sam zube­rei­te­ten. Er schmeckte übri­gens super, Han­nah! Nach­dem auch der letzte Trop­fen Gulasch aus den Tupperware-Dosen geschlürft wurde (aus­ge­schenkt wurde aus Vikis Becher) wur­den auch noch die letz­ten Würst­chen auf­ge­fut­tert. Gefolt wurde das Abend­mahl von Lager­feu­er­sin­gen und einem Nachtspa­zier­gang zum Max­pla­teu, von dem man die Burg in der Nach wun­der­voll sieht. Nach­dem auch die­ser Tag vor­über war folgte dann das Schluss­pro­gramm am drit­ten Tag. Eine Schnit­zel­jagd. Diese nahm etwa 3 Stun­den ein, soweit es mich nicht täuscht. Es war nass, rut­schig und gefähr­lich. Denn unter ande­rem wur­den Erd­hum­meln gesich­tet und mor­sches Holz bestie­gen. Auch bau­ten wir ein Grab der “ver­fluch­ten Lucy”. Der “Baum­bo­gen” war aller­dings nicht so leicht zu fin­den, da es dort viele umge­bo­gene Bäume gab. Dafür hat­ten wir die andere Gruppe völ­lig um sonst den Fluss über­que­ren las­sen.
Als wir dann den Heim­weg antre­ten woll­ten, stell­ten wir fest, dass am Bus­plan stand, dass der Bus 1 Stunde spä­ter kom­men würde. Somit wür­den wir den Zug ver­pas­sen und den Anschluss­zug auch noch dazu. Beim genaue­ren Hin­se­hen bemerk­ten wir aller­dings, dass die Sta­tion Har­degg Burg dop­pelt ange­führt wurde. Panik vor­bei, der Bus tauchte denoch 5 Minu­ten zu spät auf. 5 Minu­ten, die uns den Zug kos­te­ten. Also hat­ten wir 1 Stunde am Bahn­steig frei. Unter ande­rem wurde Wal­zer getanzt und gelehrt, balan­ciert, Geld aus­ge­ge­ben und Fris­bee gespielt. Als dann der Zug ein­ge­trof­fen war, ver­ab­schie­de­ten wir uns von Har­degg und Retz und fuh­ren Rich­tung Wien Han­dels­kai. Erschöpft lie­ßen sich ver­mut­lich alle im Bett nie­der und wach­ten am nächs­ten Tag sicher sehr spät erst wie­der auf.

In die­sem Sinne, erhol­same Ferien!

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