Der Weg führt zum Ziel — Ötscherwanderung 2010

Wahr­lich, der Weg ist stei­nig. Doch das haben Berge so an sich.
Diens­tag­mor­gen 9:00 Uhr am West­bahn­hof Wien – Die Schü­ler und Leh­rer tref­fen ein. Einige sind schon län­ger hier. Da es sich um unse­ren ers­ten Rei­se­zug um einen inter­na­tio­na­len Rail­Jet han­delt konnte der lei­tende Pro­fes­sor (Prof. Gätz) lei­der nicht vor­re­ser­vie­ren. Also mach­ten wir das auf die alt­be­kannte Rucksack-Art. Man stelle ein­fach sei­nen Ruck­sack auf den Sit­zen ab, damit sich nie­mand hin­setzt.
9:15 – Die letz­ten Schü­ler tref­fen ein, einige mach­ten es rich­tig span­nend, weil sie die Halle des West­bahn­hofs nicht gefun­den hat­ten und es dau­erte auch nicht lange bis der Zug sich in Bewe­gung ver­setzte und somit Rich­tung St. Pöl­ten rollte. Ange­kom­men wur­den wir gleich zum Ötscher­wie­sel wei­ter­ge­jagt, indem aller­dings reser­viert wurde. Eine Dop­pel­die­sel­lok führte uns dann quer durch Nie­der­ös­ter­reich direkt zum Ötscher. Innen gab es einige Über­ra­schun­gen wie belegte Plätze durch andere Fahr­gäste die dann erst „ver­scheucht“ wer­den muss­ten bzw. freund­lich zum Auf­ste­hen auf­ge­for­dert wur­den.
Eine Keks­schlacht und wenige Schlaf­mi­nu­ten spä­ter stie­gen wir auch schon beim Ötscher aus. Nur wo fängt die Wan­de­rung an? Teils müde, teils auf­ge­regte Gesich­ter schlen­der­ten zur Toi­lette und in die Sta­tion um spä­ter in den Bus zu stei­gen. Vor­her wurde aus­ge­macht, dass die Gruppe, beste­hend aus 35 Schü­lern und 4 Leh­rern (Gätz, Lau­seg­ger, Lieb­reich, Schmid-Ortner), in zwei Schwie­rig­keits­grup­pen auf­ge­teilt wer­den. Die Pro­fis wur­den nach etwa 45 Minu­ten Bus­fahrt aus­ge­setzt und die gemüt­li­che­ren Wan­de­rer 15 Minu­ten spä­ter am Lacken­hof.
Aller Anfang ist schwer, so auch der Auf­stieg am Fuße des Ber­ges, wo die Sonne auf die Wan­de­rer knallte und sie zum Schwit­zen brachte. Aller­dings kam die Gruppe schon bald in den schat­ti­gen Wald, wo es neben nas­ser Erde, umge­knick­ter Baum­stämme und teils stei­ler Wege auch Frö­sche gab. Nach etwa einer Stunde Wan­de­rung gab es auch schon die ers­ten Ver­letz­ten zu bekla­gen. Einige habe Schürf­wun­den, andere Krat­zer oder blaue Fle­cken. Nach einem ewi­gen hin und her im Wald ver­lief sich die Gruppe dann auch kurz. Aller­dings wurde der rich­tige Weg schnell gefun­den und das Rät­sel um die rot-weiß-roten und weit-rot-weißen Mar­kie­run­gen gelöst. Die Farb­kom­bi­na­tion ist ent­schei­dend, nicht die Rei­hen­folge. Gefühlte 3 Stun­den, reelle 1 Stunde spä­ter wurde eine Schip­iste gekreuzt. Im Som­mer aller­dings vor­wie­gend Schot­ter­piste. Diese galt es noch zu bezwin­gen und das Ötscher­haus war­tete. Mit Pol­ka­mu­sik wurde die erste Gruppe begrüßt und die ers­ten Ver­let­zun­gen ver­sorgt sowie der Hun­ger.
30 Minu­ten und 10 nach­ge­füllte Was­ser­fla­schen spä­ter brach ein Teil der gemüt­li­chen Gruppe auf zum Gip­fel­kreuz und durch­querte dabei die Baum­grenze. Also kein Schat­ten mehr und pure Anstren­gung, da das Areal hier etwas stei­ler und unre­gel­mä­ßi­ger wird. Aller­dings ist die Land­schaft wun­der­schön mit bun­ter Blu­men­wiese, wie aus dem Bil­der­buch. Am Rande der Kräfte erreich­ten auch die letz­ten den Gip­fel und es brach Erleich­te­rung aus. Auch zwei der Pro­fi­gruppe, die sich an der ande­ren Seite des Ötschers ver­such­ten waren bereits ange­kom­men. Hier auf knapp 2000 Metern Höhe wur­den noch etwa zwei duzend Fotos gemacht und der Abstieg konnte begin­nen. Wie­der unten im Ötscher­haus wur­den erst ein­mal die Füße gelüf­tet und die Zim­mer ein­ge­teilt. Spä­ter am Abend dann das Abend­es­sen und zuletzt Bett­ruhe um 11:00 Uhr. Zwi­schen Abend­es­sen und ver­meint­li­cher Bett­ruhe lagen Stun­den des Ken­nen­ler­nens sowie des Fuß­balls. Es waren unter ande­rem die Klas­sen 5A, 6A, 6C, 7A und 7B ver­tre­ten.
8:10 – Der frühe Vogel fängt den Wurm! Weck­ruf der Pro­fes­so­ren, die selbst sicher auch noch schlaf­trun­ken waren. Das Tages­pro­gramm würde for­dernd wer­den also musste ein ordent­li­ches Früh­stück und große Was­ser­vor­räte her. Zumin­dest ers­te­res kam auch, denn die Fla­schen neig­ten sich dem Ende zu, aller­dings konnte immer wie­der nach­ge­füllt wer­den. In den Ötscher­bä­chen, wo kris­tall­kla­res Was­ser fließt. Schon nach der ers­ten Wan­der­stunde kam die erste grö­ßere Was­ser­grube mit Quell­was­ser, wel­ches auch so eis­kalt war, wie es aus­sah. Nasse Minu­ten spä­ter ging es Schritt auf Schritt wei­ter in den Ötscher­grä­ben. Neben einer wun­der­vol­len Land­schaft, Stein­ge­röll und dem stän­di­gem Geplät­scher des Flus­ses als Beglei­tung kam auch die starke Son­nen­ein­strah­lung dazu. 6 Stun­den Wan­dern in den Ötscher­grä­ben sowie ein Auf­ent­halt in einer Rast­stätte mit­ten in den Grä­ben spä­ter wurde dann das letzte Teil began­gen. Die letz­ten 55 Weg­mar­kie­run­gen wur­den num­me­riert. Ob zur Moti­va­tion oder bloß Betriebs­mar­kie­run­gen, ist unbe­kannt, aller­dings began­nen die fal­len­den Zah­len etwa ab Num­mer 20 zu wir­ken und die Wan­de­rer mobi­li­sier­ten die letz­ten Ener­gie­re­ser­ven. Nur noch 5 Minu­ten bis Wie­ner­bruck, wo pau­siert wurde um danach zum Bahn­hof zu hin­über zu gehen. Hier sollte die Maria­zel­ler­bahn auf uns war­ten, doch der Bahn­hof blieb 45 Minu­ten lang leer.
17:17 – Eine der bekann­tes­ten Schmal­spur­bah­nen Öster­reichs rollte in den Bahn­hof Wie­ner­bruck um uns abzu­ho­len. Es wurde ein gan­zer Wag­gon nur für uns reser­viert, doch wie immer befan­den sich auch hier bereits Fahr­gäste im Inne­ren, so herrschte akute Platz­not, wel­che sich wäh­rend der Fahrt doch gelegt hat. Ein kur­zer Auf­ent­halt in Lau­ben­bach­mühle ließ uns den Anschluss­zug in St. Pöl­ten ver­pas­sen, doch wir erwisch­ten noch einen Rei­se­zug aus Bre­genz nach Wien. Letz­ten Endes kamen alle heil mit leich­ten Bles­su­ren in Wien an.
Zwei Wan­der­tage, wie sie sein sollten.

In die­sem Sinne, schöne Sommerferien! :-]

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