Wie die meisten von euch war ich am ersten Mai – Tag der Arbeit – auch am Prater. Und es war eine gigantische Zeit– und Geldverschwendung. Allerdings schreibe ich jetzt nicht über das von mir genannte “Maidesaster” sondern über das Phänomen, dass man das Gefühl hat, an einem Feiertag unbedingt einkaufen zu müssen. So auch die zahlreichen Menschen am Praterstern. Teils aus weiten Teilen Wiens zum Bahnhof gepilgert, teils Besucher vom Würstelprater drängten sich in eine der einzigen Billa-Filialen, die am ersten Mai offen hatte. Nach einigen Stunden Betrieb konnte er nicht aufrechterhalten werden. Die Kassen klingelten, weil ihr Limit von 1000 Euro überschritten wurden, es war kein Platz mehr auf den Gängen und es wurde sich sogar um einen Platz in der Reihe zur Kasse geprügelt. Für eine Flasche Wasser stand ich insgesamt 1,5 Stunden. Es wurden immer wieder die Eingangstüren verriegelt und die Leute pressten und drängten sich dagegen, dass sogar die Polizei kommen musste. Wie der Verkaufsstart einer CD in den USA, wo ja selbst Fans vor den Stores übernachten. Nachdem ich als zerdrückt und zweimal umgeworfen wurde, konnte ich zu meinem Wasser vordringen. Vorbei an der tödlichen Gemüseecke, dem verhängnisvollen Milchprodukteregal und der abenteuerlichen Süßwarenabteilung. Getränke. Wasser. Flüssig. Ab zur Kasse, nun das war nicht weit. Ich muss mich nur umdrehen (das Getränkeregal war übrigens am anderen Ende der Filiale) und stand bereits in der Reihe. Somit war die Reihe geschätzte 50(?) Meter lang. In der Reihe neben mir prügelten sich zwei junge Männer, wer zuerst in der Reihe war. Es stellte sich heraus, dass sie beide in verschiedenen Reihen standen, welche sich dort hinten aber vermischt hatten.
In diesem Sinne, einen schönen Mai!
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