Wollte mir heute einen Song iTunes kaufen, und siehe da, ich hab bloß die zensurierte Version bekommen (können). Und da ich ja soo ein Fan von Zensuren bin, hab ich nochmal nachgeforscht. Oder besser gesagt nochmal nach-gespotlight-sucht (iTunes-Store-Suche) und “aha”, da war sie auch schon. Die Originalversion, versehen mit “EXPLICIT”. Wenn man draufklickt darf man erstmal bestätigen, dass man auch wirklich den “eindeutigen Inhalt” (engl. Explicit Content) wünscht. Und dann kostet das Teil auch noch 30 Cent mehr als die mit “FK” (also ohne “u” bzw. “a”). Wie auch immer. Nun dann wollte ich mehr darüber wissen und den Jackson, welcher gerade via Livestream von Ö3 rumgethrillert hat ausgemacht. Der Aufkleber (rechts) wird eigentlich nur in den USA auf die Alben/CDs geklebt und geht auf die “Parents Music Resource Center” zurück und entstand 1985. Gegründet wurde diese Initiative von Tipper Gore, der Ehefrau von Al Gore, welche sich dazu entschloss, nachdem sie die Texte des Prince–Albums hörte, das sie ihrerer Tochter geschenkt hatte. Auch andere Riegierungsfrauen (also der Frauen von Regierungsbeamten) wie Susan Baker, welche dazu kam, als sie ihre Tochter den Text von “Like a Virgin” von Madonna singen hörte. Auch die Fernseh-Evangelistin Pat Robertson und Fernsemoderatorin Sheila Walsh gehören zu den Mitbegründerinnen. Nach heftigen Protesten und sogar einer Senatsanhörung, getrieben von dem Willen, den “Schmutz”, welcher an die Jugendlichen verkauft wird, zu beseitigen, hatten sie es dann 1985 geschafft, alle Major-Labels (Universal, Sony, EMI, …) dazu zu bewegen, auf die Alben, die potenziell jugendgefährdend sind zu bekleben. 1990 einigte sich die Vereinigung der Musikindustrie (RIAA) dazu, die schwarz-weißen Sticker als Standard festzulegen. Bis heute wurden mehr als 1000 CDs mit dem Kleber versehen und haben anscheinend den Erfolg nicht getrübt. Denn laut der FDA (Bundeshandelsagentur) ist ein Drittel der Top10-Hits mit Explicit Content versehen. Wissenswert ist außerdem: Große Einzelhändler der USA, wie WalMart und KMart haben sich 1991 entschlossen, keine CDs mit Aufkleber zu verkaufen.
So, please fuck you very, very much. Thanks.
In diesem Sinne, erholsamen Wochenstart!
Ach und übrigens: Der Song, den ich mir gekauft habe. Ihr müsst auf den Inhalt achten. Er ist nämlich explicit. (Lily Allen rechnet mit Intoleranz ab. Und schön anzuhören ist er auch.)
Lily Allen – Fuck You
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