Konservierung

Ein alter Bekann­ter hat mich mal gebe­ten, sei­nen Arti­kel, den er ver­mut­lich für irgend­ein Vor­stel­lungs­ge­spräch braucht zu edi­tie­ren und Satz­stel­lungs­feh­ler aus­zu­bes­sern. Das Thema war zwar unend­lich unspek­ta­ku­lär, wie die Per­son selbst, um die es geht. Das Thema war Herr Michael Jack­son und die mediale Aus­beu­tung, sei­nes Todes. Nun, ob man ihn mag oder nicht, ist Geschmack­sa­che, wes­halb ich meine per­sön­li­chen Dif­fe­ren­zen wohl eher im Hin­ter­grund gehal­ten hatte. Nun was mich zum Nach­de­ne­ken ange­regt hat ist jedoch, warum sich die Men­schen – so ganz plötz­lich – nach dem Tod eines ver­meint­li­chen Stern­chens, von dem in letz­ter Zeit eh nur schlechte PR und Skan­däl­chen zu ver­neh­men waren, für die­sen inter­es­sie­ren. Und zwar so sehr, dass meine Lieb­lings­sen­dung einem Jackson-Spezial wei­chen musste oder, dass die Charts gleich mit 10 Jackson-Songs bela­gert wer­den. Nunja das weiß man wohl nicht. Viel­leicht will man ein­fach nur dem Strom fol­gen oder halt ein­biss­chen die Ver­gan­gen­heit kon­ser­vie­ren.
Speaking of “Kon­ser­vie­rung”; gilt es eigent­lich als Kon­ser­vie­ren, wenn man das Gesicht mit Make-Up zukle­is­tert? Wenn ja, dann hab ich heute in der U-Bahn ein kon­ser­vier­tes Gesicht gesehen.

In die­sem Sinne, gute Nacht.

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