Kompletter Homeserver mit Filesharing, Drucken, Backup, XBMC (Airplay) und Minecraft

Ein Pro­jekt, das ich schon län­ger in Pla­nung hatte, einen kom­plett funk­ti­ons­fä­hi­gen Netz­werk­com­pu­ter (Ser­ver) zu Hause, der strom­spa­rend ist, auf den ich meine Daten aus­la­gern kann, meine Back­ups machen kann und even­tu­ell auch einen Spie­le­ser­ver (Mine­craft) ein­rich­ten kann. Als Zusatz­op­tion dann viel­leicht noch ein Media-Hub; aller­dings ursprüng­lich geplant basie­rend auf Microsoft-Technologie. Dazu wurde auch schon das Betriebs­sys­tem “Win­dows Home Ser­ver 2011″ ange­tes­tet, war aber für meine Bedürf­nisse nicht pas­send. Blie­ben nur noch Mac OS X Ser­ver und eine Linux-Variante übrig; da OS X auf dem alten Note­book von mir, wel­che die Hard­ware stellt, nicht läuft (viele Hackintosh-Versuche sind geschei­tert) ent­schied ich mich zuerst für Fedora, dann Cen­tOS und schluss­end­lich war ich dann doch wie­der bei Ubuntu ange­langt. Hier eine Chro­nik, die euch viel­leicht auch als Rat­ge­ber und Anlei­tung die­nen könnte…

Die Basics

Der Anfang war schwer, wo sollte ich anfan­gen? Dem Rat eines guten alten Freun­des, Mark, nach, fing ich mit einer SMB (Samba)-Freigabe an. Diese war unter Ubuntu schnell ein­ge­rich­tet, da Samba eigent­lich schon vor­in­stal­liert ist. NUr eine GUI musste ich noch nach­in­stal­lie­ren. Als nächs­tes musste ich CUPS kon­fi­gu­rie­ren, dass ich den Dru­cker im Netz­werk ver­wen­den kann. Das war alles nicht so schwer, wie ver­mu­tet und schon schnell kommt man da in die Server-Wartug hin­ein. Als nächs­tes fiel mir ein, dass ich doch auch SSH instal­lie­ren könnte, damit ich das Ter­mi­nal nicht immer am Gerät selbst bedie­nen muss. Nun kann ich den Ser­ver vom Mac­Book und vom iPhone aus betreuen.

(→ Anlei­tun­gen und Infor­ma­tio­nen)

Mac OS X und Time Machine

Nächs­ter Schritt war es eigent­lich ein Backup-Device für mei­nen Com­pu­ter (Win­dows 7) zu schaf­fen, die­sen hatte ich aller­dings schon gegen einen Mac­Book aus­ge­tauscht, da das Gerät nur durch mein Sti­pen­dium geleast war. Es war als dran, mei­ner Ubuntu-Box eine Spra­che bei­zu­brin­gen, die Mac OS X spricht. Zwar kann Mac OS das SMB-Protokoll, wel­ches von Win­dows stammt, auch, aber eher schlecht als recht. Die Lösung ist AFP, das Apple-Äquivalent zu SMB von Win­dows, das in Form des Pake­tes Neta­talk auch für Linux ver­füg­bar ist. Zwar muss man die­ses selbst kom­pi­lie­ren, denn es ent­hält keine Ver­schlüs­se­lungs­funk­tion im Ori­gi­na­len, die Mac OS jedoch vor­aus­setzt. Also schnell Quell­text laden und per Ter­mi­nal kom­pi­lie­ren, dann noch mal Avahi, ein Netz­werk­dienst, instal­lie­ren, dass alles dann auch kor­rekt erkannt wird im LAN. Damit aber erst ein­mal Ver­zeich­nisse geteilt wer­den kön­nen, muss die Datei “/etc/netatalk/AppleVolumes.config” ange­passt wer­den. Wenn Apple einen CNID-Fehler mel­det, sollte man über­prü­fen ob der String “cnidscheme:dbd” ist. Um das Volume TimeMachine-fähig zu machen muss ein­fach options:tm ein­ge­ge­ben wer­den, wei­tere zusätz­li­che Ein­gen­schaf­ten kön­nen, getrennt nur ein Komma, direkt dar­an­ge­hängt wer­den. Bei mir siehts im gesam­ten für die USB-Festplatte “theuni­verse” so aus:

/media/theuniverse/ cnidscheme:dbd options:usedots,upriv,tm allow:yi “the uni­verse II

Dann per Fin­der ein­fach in der Sei­ten­leiste das gewünschte Gerät (vor­her per Avahi als ein Xserve kon­fi­gu­riert; auf Wunsch kann es auch ein Mac Pro, Mac­Book (Pro/Air), Mac mini oder iMac sein) aus­wäh­len, mit Ubuntu-Kennwort und Benut­zer ein­log­gen und man hat seine Netz­lauf­werke unter Mac OS.

(→ genau Anlei­tung | → auf Lion kor­ri­gierte Ver­sion (weni­ger detailreich))

Wake On LAN

Als nächs­tes kommt der strom­spa­rende Aspekt dran. Ich möchte mei­nen Ser­ver nicht dau­ernd lau­fen haben, spe­zi­ell dann nicht, wenn ich ihn nicht ver­wende. Wie mache ich das nun? WOL (Wake On LAN) ist die Lösung. Hier­bei wird die Netz­werk­karte beim her­un­ter­fah­ren nicht aus­ge­schal­tet, Bedie­nung hier­für ist natür­lich, dass das Note­book immer ange­steckt bleibt. Das ver­braucht aber nur sehr wenig Strom. Es wird ein “Magic­Pa­cket” von einem ande­ren Com­pu­ter aus gesen­det und die Netz­werk­karte sagt dem Ser­ver dann, er solle auf­wa­chen. Diese Funk­tion muss das BIOS und die Netz­werk­karte aber unterstützen.

Auf dem Mac­Book dann noch schnell ein Wake On LAN-Client (namens Wake­On­Lan) instal­lie­ren und auf Knopf­druck auf­wa­chen las­sen. Natür­lich muss der Ser­ver vor­her per

shut­down –h now

her­un­ter­fah­ren ;-)

(→ Anlei­tung zu Wake On LAN (Ubuntu))

XBMC und Minecraft

Zuletzt noch den Minecraft-Server her­un­ter­la­den und nach deren Anlei­tung auf der Seite instal­lie­ren und konfigurieren.

Im Rou­ter den Port 25565 zu dem Ser­ver wei­ter­lei­ten im der Spaß kann losgehen.

Auch hab ich mein Sound­sys­tem nun fix an den Ser­ver ange­schlos­sen und XBMC dar­auf instal­liert. In Ver­sion 11.0 kann XBMC näm­lich auch Air­play, was sehr prak­tisch ist, denn so kann ich jeden Inhalt von iTu­nes oder iPhone an das Soundsystem/den Ser­ver pus­hen, ohne Kabel­ge­wirr. Passt!

(→ Mincecraft-Server Anlei­tung | → XBMC)

Fazit

Mein Fazit ist, ich hab end­lich mein lange geplan­tes Homeserver-System am lau­fen und es funk­tio­niert alles per­fekt. Nur Time Machine regt sich eben auf, aber das tut es auch, wenn die Fest­platte lokal am USB ange­schlos­sen ist. Dafür muss ich noch eine Lösung fin­den. Media­strea­ming per Air­Play (frü­her Air­Tu­nes) funk­tio­niert ein­wand­frei, die AFP-Freigabe war etwas fri­ke­lig, funk­tio­niert nun aber auch so, wie es soll und ein net­tes Fea­ture ist, dass ich mei­nem Mac vor­gaukle, der Ser­ver sei ein Xserve. SSH lauft eigent­lich stän­dig im Hin­ter­grund und Mine­craft hab ich heute auch schon 3 Stun­den lang gespielt am Ser­ver. Das ein­zige, was ich man­gels Gerät noch nicht getes­tet hab, ist die SMB-Freigabe, die nun wirk­lich nicht wich­tig ist, da eben kein Windows-Gerät vor­han­den ist. Außer­dem ist mein Zim­mer nun kabel­freier als vorher.


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OS X — Gut, Böse und Jenseits, Teil 1: Wartungsarbeiten

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Weihnachten unter Freunden, Teil 2 (Dienstag und Mittwoch)

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Upgrade October

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Ich, mein bester Freund und seine Freundin

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So schnell ändern sich die Zei­ten in der Com­pu­ter­welt und auch vor mir macht es nicht halt, ganz im Gegen­teil, wäh­rend ich vor eini­ger Zeit von 32 end­lich auf 64-bit umge­stie­gen bin, gab es ein gutes Jahr spä­ter den nächs­ten Umzug. Dies­mal einen Schritt wei­ter als bloß von 32– auf 64-bit. Da aber 128-bit-Systeme erst